Hör-Check ab 50

format_quotePLÄDOYER FÜR HÖR-CHECKS AB 50 ALS VORSORGELEISTUNG. 

Ein Hörverlust setzt meist schleichend ein und bleibt lange Zeit unbemerkt. Doch schlechteres Hören strengt an, es mindert die Konzentrationsfähigkeit und führt zu Ermüdungserscheinungen. Noch immer werden die gesundheitlichen Risiken einer unbehandelten Schwerhörigkeit unterschätzt. Zahlreiche Studien belegen beispielsweise einen Zusammenhang zwischen einem unversorgten Hörverlust und einem erhöhten Demenzrisiko.¹ Neben kognitivem Leistungsverlust und Depression aufgrund sozialer Isolation können häufige Kopfschmerzen ebenso körperliche Symptomen einer unerkannten Schwerhörigkeit sein, wie Verspannungen und Schlafprobleme.
Bei den meisten Menschen nimmt ab dem 50. Lebensjahr allmählich die Fähigkeit ab, hohe Frequenzen zu hören. Das ist ein ganz natürlicher Prozess, der allerdings mit einem erhöhten Risiko für Schwerhörigkeit einhergeht. 

Unerkannte Hörminderungen bergen Kosten- und Gesundheitsrisiken

Die Forderung nach einem gesetzlichen Hörscreening ab 50 knüpft an Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an. Eine wirksame und kostensparende Präventionsmaßnahme gegen Altersschwerhörigkeit kann bereits ein kurzer Fragebogentest zur Hörgesundheit sein. Die Forderung der Wissenschaftler lautet, Schnell-Hör-Checks für die Generation 50+ als Vorsorgeleistung in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen. 
Anhand sechs einfacher Fragen und einer standardisierten Auswertung erhalten Haus- und Fachärzte erste Hinweise über die mögliche erhalten Haus- und Fachärzte erste Hinweise über die mögliche Behandlungsbedürftigkeit einer Schwerhörigkeit ihrer Patienten ab 50 Jahren.

Der Testfragebogen ist online unter www.mini-audio-test.de abrufbar.

DAS HÖRSCREENING AB 50 BRINGT VIELE VORTEILE

Der ab etwa 50 Jahren einsetzende altersbedingte Hörverlust ist schleichend und kann jahrelang unbemerkt und unbehandelt voranschreiten. Das kann gravierende Folgen für die Betroffenen, ihr soziales Umfeld und das gesamte Gesundheitswesen bergen. 
Menschen, die nicht gut hören, haben ein größeres Risiko zu vereinsamen. Die rechtzeitige Diagnose und Versorgung einer Schwerhörigkeit kann kognitivem Leistungsabbau entgegen wirken. Intensiv wird auch der Zusammenhang zwischen unversorgter Schwerhörigkeit und einem höheren Demenz-Risiko untersucht. 
Bleibt eine Schwerhörigkeit im Alter unbehandelt, leidet auch der Gleichgewichtssinn. Man kann sich räumlich schwerer orientieren und hat ein höheres Sturz- und Verletzungsrisiko. Auch die Sicherheit im Straßenverkehr ist gemindert. Schwerhörige, die mit Hörsystemen versorgt sind, bewegen sich nach eigener Auskunft sicherer im Straßenverkehr als unversorgte Schwerhörige. Rechtzeitige Therapie ist wichtig für den Erfolg: Anders als Menschen um die 50 gewöhnen sich Schwerhörige ab 70 Jahren nicht mehr SD schnell an Hörsysteme. 
Sie können das normale Hören regelrecht verlernen. Eine zeitnahe Hörsystemversorgung im mittleren Lebensabschnitt mindert die Höranstrengung und erhöht den Therapieerfolg.

HÖRGESUNDHEIT UND FRÜHZEITIGE VERSORGUNG

Ziel des Hör-Checks ist es, noch mehr Menschen ab 50 auf die Bedeutung ihrer Hörgesundheit und das Erfordernis einer rechtzeitigen hörakustischen Versorgung hinzuweisen. Denn noch immer verzichten 18% der Deutschen, die sich selbst als schwerhörig einstufen, auf eine ärztliche Diagnose und jegliche Therapie.
Der routinemäßige Hausarztbesuch eines 50+ Patienten bietet eine sehr gute Gelegenheit, gleich auch den Fragebogen-Hör-Check durchzuführen und den ersten Schritt in Richtung Hörversorgung zu tun. Deuten die Antworten auf eine Hörminderung hin, folgt die Überweisung an den HNO-Facharzt zur Durchführung eines gründlichen Hörtests und zur Veranlassung einer gegebenenfalls notwendigen Therapie. In den allermeisten Fällen besteht diese in der Verordnung von Hörsystemen, die für gesetzlich Krankenversicherte bei entsprechender Indikation aufzahlungsfrei erhältlich sind.

VORSORGE SPART KOSTEN

39 Milliarden Euro betragen die jährlichen Kosten für unversorgte Hörminderungen in Deutschland. Eine breite Nutzung des Hör-Checks ab 50 könnte diese Ausgaben deutlich mindern, indem sie die Dunkelziffer unerkannter - aber kostenträchtiger - Fälle von Schwerhörigkeit reduziert. Das rechnet sich für die Kostenträger im Gesundheitswesen ebenso wie für die Betroffenen selbst: Denn bleibt eine Schwerhörigkeit im mittleren Lebensatter unversorgt, stellt sie gemäß neuesten Studien den größten potentiell modifizierbaren Risikofaktor einer späteren Demenzerkrankung dar. Auch die WHO betont das große finanzielle Einsparpotential von Hörtests ab dem 50. Lebensjahr in ihrem World Report an Hearing".